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Florenz und der Film

Teil 2

Die Geschichte von Florenz im Film / Florenz als Filmset

Die Geschichte der Stadt und im Besonderen die Geschichte der Familie Medici haben immer wieder eine Inspirationsquelle für das Kino dargestellt. Macht auch Florenz 1908, in Wanda Soldanieri – Guelfen und Ghibellinen von Mario Caserini, seine erste Filmerscheinung als die düstere, von Parteienkämpfen zerrissene mittelalterliche Metropole, so wird es in der Folge vor allem das Florenz der Medici sein, das eine ganze Reihe von melodramatischen Drehbüchern inspiriert.
Das Florenz dieser Filme bleibt allerdings in der Regel relativ vage, zumal in den meisten Fällen das Film-Florenz Ergebnis von Studioaufbauten wie etwa in den Produktionsstätten von Pisorno di Tirrenia ist.

In späteren Jahren, verbunden mit bürokratischen Schwierigkeiten und der zunehmenden Modernisierung der Stadt selber, haben die historischen Filme geeignetere Drehorte in Städten wie San Gimignano, Montepulciano oder einigen umbrischen Städten gefunden.
Das ist zum Beispiel der Fall der Cena delle Beffe (1941) von Alessandro Blasetti, einem Film, der ein grausames und düsteres Florenz zum Hintergrund hat, das von Rache und Wahnsinn geprägt ist und in dem eine riesige Torte in der Form der Kuppel Brunelleschis serviert wird, während keine einzige Szene in Florenz selber gedreht worden ist. In diesem Film fällt einer der ersten berühmten Sprüche des italienischen Films, das von Amedeo Nazzari ausgerufene: „Wer nicht mit mir trinkt, den hole die Pest“, der den Film,  gemeinsam mit der ersten entblößten Brust der nationalen Filmgeschichte – der Busen von Clara Calamai – zu einem der meist zitierten der italienischen Kinos hat werden lassen.

Die Aufzählung kann weiter gehen mit Giuliano dei Medici (1941) von Vajda, Film der die Pazzi-Verschwörung zum Thema hat, mit Osvaldo Valenti als Hauptdarsteller (dann jedoch von der faschistischen Zensur zurückgezogen) und mit Filmen, die anderen Protagonisten der florentinischen Geschichte gewidmet sind, vom Lorenzaccio (1951) mit Albertazzi bis hin zum Giovanni delle Bande Nere (1956) mit Gassman. Fast alle diese Filme inspirieren sich an Florenz, sind aber fern von der Stadt gedreht worden.
Nicht zu vergessen der imposante Film, den Roberto Rosselini dem Gründer der mediceischen Dynastie widmete: Das Zeitalter Cosimos (1978), in dem Rosselini, seiner persönlichen, didaktischen Berufung folgend, die Ereignisse des Lebens von Cosimo dem Alten in eine engagierte Beschreibung der florentinischen Wirklichkeit des 15. Jahrhunderts einbettet, in der sich kontinuierlich Privates und Öffentliches durchdringen. Cosimo wird geradezu zur Symbolfigur der Renaissance, aber auch hier wurde, was das Set betrifft, ein guter Teil des Filmes in San Gimignano gedreht und nur in einigen wenigen Szenen des Films, taucht die Villa von Careggi auf, die Lieblingsresidenz von Cosimo dem Alten.

Die Grand Tour: eine Ansichtskarte aus Florenz

Die Reise nach Italien Ort der Selbstentdeckung, wie der Bildung ist ein Leitfaden in vielen Filmen, die sei es in heiterer, sei es in dramatischer Version, ein idyllisches und auf Hochglanz gebrachtes Bild von Florenz vermitteln, in dem Traditionen und Bräuche recht unvermittelt in den Handlungsverlauf integriert werden: in Licht auf der Piazza (1962) mit Olivia de Havilland e Rossano Brazzi, wohnen die Touristen während ihres Besuchs einer Partie des Florentiner Fußballs bei; in Liebesrausch auf Capri (1950) von William Dieterle mit Joseph Cotten und Joan Fontaine, besucht ein Liebespaar die Stadt und ihre Denkmäler, wie später auch – bewaffnet mit dem unvermeidlichen Baedeker – Lucy Honeychurch mit ihrer Tante in Zimmer mit Aussicht (1986) von James Ivory.

In diesen Filmen ist das Idyllische des Settings vorherrschend, eine Abfolge von Denkmälern, die durch malerische Straßen mit einander verbunden sind, dazwischen eingestreut sympathische Repräsentanten der lokalen Bevölkerung, alles immer wieder vor dem musikalischen Hintergrund von schmachtenden Liedern. Anders Jane Campion in Bildnis einer Dame (1996), die versucht den Denkmälern, eine hyperrealistische und bedrückende Intensität zu verleihen, wie es der inneren Unruhe ihrer Hauptfigur entspricht.

Brian de Palma, Ridley Scott und Dario Argento: das mysteriöse Florenz

Der Film Hannibal (2001) von Ridley Scott ist in seinem ersten Teil in Florenz angesiedelt, Stadt, die sich Hannibal Lecter, international gesuchter Kannibale und Serienmörder, unter der neuen Identität eines Gelehrten als Fluchtort gewählt hat. Der Film hat unzweifelhaft das Verdienst, ein vollkommen anderes, oft nächtliches und mysteriöses, Florenz zu zeigen, in dem die Arkaden der Piazza della Repubblica die Kulisse für eine Menschenjagd abgeben und in dem der Touristenmarkt am Schweinchenbrunnen zum Schauplatz eines grausamen Mordes wird.
Auf der anderen Seite weht aber auch ein aristokratisches Lüftchen: Hannibal wählt seine Parfums in der alten Farmacia di Santa Maria Novella aus und bewohnt einen historischen Adels-Palast. Der Spaziergang von Hannibal durch die Stadt, der nur oberflächlich betrachtet von touristischer Banalität ist, wirft ein beunruhigendes Licht auf eben die Wege, die täglich von Abertausenden von Besuchern der Stadt genommen werden.

Unter den wenigen, die schon vorher versucht haben, ein ambivalenteres Bild von Florenz zu entwickeln, ist sicherlich Brian de Palma mit seinem Schwarzer Engel (1975) zu erwähnen, mit einem Handlungsablauf, der sich an Vertigo von Hitchcock orientierte. Hier wird die Kirche von San Miniato Zentrum einer individuellen Zwangsvorstellung und steht Modell, sei es für die Dekoration einer Hochzeitstorte, sei es für die Errichtung eines Grabmals. Wollte jemand jedoch vor Ort begreifen, welchen Fresken Geneviève Bujold ihre fachliche Kompetenz als Restauratorin angedeihen lässt, so wäre es verlorene Liebesmüh: die Innenaufnahmen sind in der Collegiata von San Gimignano ausgeführt worden.

Mit einem ähnlichen räumlichen Paradox beginnt das Stendhal-Syndrom (1996) von Dario Argento, wo eine junge Polizistin (Asia Argento) überflutet von den Meisterwerken der Uffizien, sich genau den in Brüssel hängenden Sturz des Ikarus von Brueghel zum Einfallstor für ihren Sturz in die Mäander des in Florenz patentierten Syndroms wählt.


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