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Jan Fabre in Florenz

Jan Fabre, searching for Utopia, Firenze, 2016

Seit Mitte April haben die historischen Skulpturen auf der Piazza della Signoria Verstärkung bekommen. Zwischen den Originalen von Giambologna und Cellini, den Kopien nach Michelangelo und Donatello ziehen zwei strategisch platzierte vergoldete Bronzefiguren des belgischen Künstlers Jan Fabre die Aufmerksamkeit auf sich.

Eine zeigt ein, im Vergleich zu den umgebenden Renaissance-Giganten kleines Männlein mit den Zügen des Künstlers, das auf einer Klappleiter steht und dessen hochgereckte Arme dem Himmel eine Messlatte entgegenhalten: ‘The man measuring clouds’. Die andere stellt eine gigantische Seeschildkröte dar, die im Einklang mit ihrem, wiederum selbstbildnishaften Reiter unbeirrt geradeaus orientiert scheint: ‚Searching Utopia’.

Auch in den vergangenen Jahrzehnten ist die Piazza della Signoria immer mal wieder zur Ausstellung von Skulpturen bekannter, zeitgenössischer Künstler freigegeben worden.
Jetzt steht – lanciert von der derzeitigen Stadtregierung – eine dichte Folge solcher Initiativen in Aussicht: den Beginn hat im letzten Jahr Jeff Koons mit einer goldgelb schillernden Inoxsstahl-Skulptur gemacht.
Lebenselixier dieser Initiativen ist nicht zuletzt die öffentliche Polemik, die zwangsläufig entbrennt und die die Stadt in feindliche Lager teilt, als ob die mittelalterlichen Parteienkämpfe zwischen Guelfen und Ghibellinen wieder zu neuem Leben erwachen würden.
Mit dem ihm eigenen Sinn für schwarzen Humor ist der egozentrische belgische Multi-Künstler vor ein Paar Tagen in einer nächtlichen Performance in dieses Klima eingetaucht (dem die Stimme der Kommentatorin des Videos gekonnt entgegen arbeitet, übertroffen nur vom Florentiner Bürgermeister, der am Ende des Videos mit grosser Souveraenitatet, uns alle in die Gegenwart zurückholt).
In schwarzem Anzug gekleidet, mit kräftigem Klebeband umwickelt, hat Fabre, wie ein Wurm kriechend und wie ein Mensch schwitzend und stöhnend, seine Runde zwischen den Skulpturen der Piazza della Signoria gemacht – damit die qualvollen Prozessionen heraufbeschwörend, die die zum Tode Verurteilten im Herzen der Stadt zu absolvieren hatten, bevor sie – aus der Stadt ausgestoßen – zu den Galgen geführt wurden. Öffentlich inszenierte Abbitte für ein Sakrileg, das sie dem Gemeinwesen angetan hatten.

In diesem Fall ein Sakrileg in Etappen: nach den Skulpturen auf dem Platz, okkupieren inzwischen auch Werke das Rathaus, während der letzte Streich, die Eröffnung der Ausstellung im Forte Belvedere noch aussteht: am 14. Mai wird dann auch die Festung oberhalb von Florenz Fabre ihre Tore öffnen. (M. F)

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