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Sammlungen eigener Art


Florenz ist eine Stadt der Museen. Museen wie die Uffizien und die Galerie der Akademie sind in der ganzen Welt berühmt. Daneben gibt es nicht nur eine ganze Reihe von anderen, grossen Museen mit Sammlungen von Weltrang, sondern eine überraschende Vielfalt von Museen recht eigener Art.
Kleinere Museen, in denen die Räumlichkeiten mit ihren Sammlungen ein besonders engen Verhältnis eingegangen sind. Viele dieser weniger bekannten Museen sind mit den großen Sammlern und Antiquaren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden, andere hingegen beherbergen Werke und Gegenstände, die zur Ausstattung der Paläste und Institutionen gehörten, in denen sie heute ausgestellt werden.
Um die Reise in die Geschichte der Stadt zu vertiefen, ist der Besuch dieser kleineren Sammlungen eine wesentliche Etappe. Jeder dieser Orte erzählt seine eigenen, jeweils besonderen Geschichten, die sich wie Anmerkungen zur ‚großen Geschichte’ dazugesellen, die sie damit bereichern und in anderem Licht erscheinen lassen.

Museum des Palazzo Davanzati

Das Zimmer hat die reichste Ausmalung des Palastes. Im oberen Register wird zwischen den Arkaden in Halbfiguren die dramatische Liebesgeschichte der Castellana von Vergy erzählt.Das Museum des Palazzo Davanzati stellt den ausgesprochenen Glücksfall einer mittelalterlichen Patrizierresidenz dar, die, unterstützt von antiquarischer Sensibilität und heutiger musealer Nutzung, sich in einem Zustand präsentiert, der den Besucher zu einer wahren Zeitreise einlädt.

Es war der Antiquar Elia Volpi, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts das bemerkenswerte Potential der ehemaligen Residenz der Davizzi und Davanzati erkannte und eine aufwendige Restaurierungskampagne finanzierte, deren Ziel es war, das Gebäude von späteren Veränderungen zu befreien, ihm seine ursprüngliche Raumaufteilung zurückzugeben und die bemerkenswerten Wandmalereien wieder freizulegen, die er in verschiedenen Räumen des Gebäudes entdeckt hatte.

Der größte Zauber des Museums liegt bis heute ganz bestimmt in diesen Räumlichkeiten, wie auch in dem hohen und engen Innenhof mit seinen balkonähnlichen Raumverbindungen und den extern geführten hölzernen Treppen.

Auch wenn das ursprüngliche Projekt in den folgenden Jahrzehnten nicht immer glückliche Entwicklungen kannte und in der unmittelbaren Nachkriegszeit das Gebäude sogar dutzende von Ausgebombten beherbergte, ist das Bewusstsein einer besonderen Berufung des Palazzo Davanzati für die Aspekte des Alltäglichen, der häuslichen Kultur nie mehr verloren gegangen: in den 50er Jahren ist das Gebäude zum Sitz des Museums der Florentiner Wohnkultur ausersehen worden. Neben Mobiliar, Gegenständen des täglichen Gebrauchs und für den häuslichen Bereich geschaffenen Kunstwerken, haben in den Sammlungen im Besonderen Keramik und Handarbeitsprodukte einen angemessenen Aufbewahrungsort gefunden haben.

Museum Horne

museo-horne_salaDas Museum Horne ist aus einer Schenkung des englischen Kunsthistorikers, Kunstkritikers und raffinierten Sammlers Henry Percy Horne hervorgegangen, der testamentarisch verfügte, dass sein Florentiner Wohnsitz, ein von Horne sorgfältig restaurierter kleiner Renaissancepalast und die darin aufbewahrten Sammlungen, in den Besitz der Stadt Florenz übergehen sollten. Der Charakter der Sammlungen, die nicht zuletzt Ausdruck des Wunsches waren, eine bestimmte Epoche in, mit originalem Mobiliar eingerichteten, historischen Räumlichkeiten wieder aufleben zu lassen, sind ein besonders schönes Beispiel für die bedeutenden Beiträge der englischen Kultur zum Florentiner Kulturleben des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Horne, dessen besonderes Interesse es in seiner monumentalen Arbeit über Sandro Botticelli war, diesen im englischen Ästhetizismus geradezu zum Mythos gewordenen Maler, historisch zu fassen,  gelang es mit Bedacht und außerordentlichem kritischen Spürsinn, trotz seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten, nicht nur sein künstliches Paradies zu schaffen, sondern auch eine Sammlung, zu der ausgesprochene Schätze gehören, wie der Hl. Stefan von Giotto, das kleine Diptychon von Simone Martini, die Allegorie der Musik von Dosso Dossi oder  Zeichnungen von Tiepolo.

Bardini-Museum

Porcellino-originale-Bardini

Der Antiquar Stefano Bardini war wohl der unternehmungslustigste und erfolgreichste unter den Florentiner Antiquitäten- und Kunsthändlern des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Direktoren der großen europäischen Museen und die wichtigsten amerikanischen Sammler gingen in den Ausstellungsräumen ein und aus, die Bardini mit Geschick auszustatten wusste, um die Gemälde und Skulpturen, Objekte und Gegenstände, die er in ganz Italien ausfindig machte, im besten Licht erscheinen zu lassen.

Bei seinem Tod im Jahr 1922 hinterließ Bardini einen Teil seiner Sammlungen der Stadt Florenz. In seinen letzten Lebensjahren hatte er sich darum gekümmert, die Gegenstände seiner Schenkung auszuwählen und sie in dem großen, von ihm errichteten Palast zu organisieren, der Bestandteil des Nachlasses war.

Angesichts der Tatsache, dass weder die Auswahlkriterien Bardinis, noch die Inszenierung der Objekte die Sympathie der Direktion des entstehenden Museum fanden, wurde im Hinblick auf die Eröffnung, die Anzahl der ausgestellten Objekte drastisch reduziert und ihre Präsentation anderen Kriterien unterworfen.

Nur vor wenigen Jahren ist das Museum nach einer langen Schließung und aufwendigen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnet worden, diesmal aber mit dem Anspruch, die ursprüngliche Konzeption zu ihrem Recht kommen zu lassen: Ausdruck einer neuen Sensibilität gegenüber historischen Ausstellungskriterien, die im Fall des Museum Bardini, in den historischen Räumen selber rekonstruiert werden konnten.

Der Besuch der Bardini-Sammlungen gestattet es einige bedeutende Gemälde und Skulpturen zu entdecken, lädt daneben aber vor allem dazu ein, die große Vielfalt von wertvollen und kuriosen Objekten zu erkunden, die aus fast allen Bereichen des Kunsthandwerks stammen, aus den verschiedensten Teilen der Welt und aus den verschiedensten historischen Epochen. Der Besucher kann sich nur schwer dem Reiz einer Sammlung entziehen, die eine ‘katalogisierende’ Ausstellungskonzeption mit dem Sinn für den sicheren szenischen Effekt verbindet.

Museum Stibbert

Im Norden, außerhalb der Stadt, auf den Hügeln von Montughi, liegt in einem parkähnlichen Garten, eine weitläufige Villa, die sich, Frederick Stibbert, Engländer und Wahlflorentiner, unter Einbeziehung einiger älterer Gebäudeteile, errichten ließ.

Das Labyrinth von Sälen, Zimmern und Korridoren, die das Museum Stibbert ausmachen, beherbergt vielleicht die faszinierendste unter den Florentiner Sammlungen des 19. Jahrhunderts. Dieser besondere Zauber ist zum Einen der Extravaganz der Sammler-Leidenschaft von Stibbert zu verdanken, zum Anderen aber – und wohl im Besonderen – der sperrigen Präsenz in verschiedenen dieser Räume von stummen Bewohnern. Während wir Schritt für Schritt in das Museum vordringen, stoßen wir auf sie: lebensgroße, bemalte Skulpturen, Menschen, großartig bewaffnet und gerüstet, erst zu Fuß und dann, in dem großen Reiterzug, auf prächtig aufgezäumten Pferden – Ausgeburten einer die Geister einer kriegerischen Vergangenheit heraufbeschwörenden Phantasie, wie auch einer raffinierten Kennerschaft, die hier ihren Mittelpunkt gefunden hatte.

Die Waffen- und Rüstungssammlungen des Museum Stibbert reichen vom antiken Rom bis zu den napoleonischen Kriegen und umfassen Produktionen, die aus ganz Europa, der Türkei, Persien, Indien und  –  Japan stammen, einem weiteren Interessensschwerpunkt von Stibbert.

Neben dieser reichen Sammlung von außerordentlichem Wert, finden sich, genährt von der unbändigen Sammelleidenschaft Stibberts und seinen ebenfalls bemerkenswerten finanziellen Möglichkeiten, ganze Räume, die in verschiedenen Stilen eingerichtet und dekoriert sind, Möbel, Porzellan, Keramik, Skulpturen, dazwischen verstreut eine beachtenswerte Bildergalerie, ganz zu schweigen von den von Stibbert bewohnten Räumen, die einem üppigen 19. Jahrhundert-Geschmack entsprechen, der diesem Sohn des englischen Adels mit nunmehr solider kolonialer Familientradition auch nicht fremd war.

 Stibbert Museum Florenz

 

 

 

 

 


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